Frankfurt, 22. August 2014 – „Made in Germany“ steht weltweit nach wie vor hoch im Kurs und insbesondere in Europa weiß man die „deutsche Gründlichkeit“ zu schätzen. Während in der klassischen IT zunehmend auf Massenproduktion in Fernost gesetzt werden muss, um konkurrenzfähig zu bleiben, verhält es sich mit IT-Dienstleistungen ganz anders. Rechenzentren schießen in Deutschland wie die Pilze aus dem Boden und die diversen Betreiben sind vielmehr daran interessiert höchste Leistungen anstatt nur niedrige Preise zu bieten. Das hat seinen guten Grund. Rechenzentren sind hochkomplexe Gebilde, auf die sich Unternehmen absolut verlassen können müssen. Und genau hier schickt sich Deutschland nicht nur mit seiner Akribie, sondern auch mit seinen Standortvorteilen sowie seinen klaren Richtlinien und Zertifizierungen an, das beste Rechenzentrumsland weltweit zu sein.

Mit Erfolg, denn seit geraumer Zeit gehört der Standort Deutschland für nicht nur für Rechenzentrumsbetreiber, sondern auch weltweit für Unternehmen, die diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen, zu den top Standorten. Hierbei spielen Kosten, technologische Brillanz, regionale Vorteile und Compliance wesentliche Rollen. Beispielsweise gehört Deutschland zu den Vorreitern in Sachen Senkung des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes. Deutschland gehört zu den visionärsten Regionen der Welt, wenn es darum geht, existierende oder neue Technologien so zu verwenden, dass sie den besten Nutzen bringen. Deutschland gehört zu den Ländern, die über weltweit enorm wichtige Knotenpunkte im Internetverkehr verfügen. Und nicht zuletzt hat Deutschland eine rechtstaatliche Verfassung, die es sowohl privaten als auch unternehmerischen Nutzern von Rechenzentren erlaubt, ihre Daten sicher und ohne unkontrollierten Zugriff im Rechenzentrum zu verwahren.

Rechtssicherheit EU und Deutschland

Für viele Unternehmen steht mittlerweile die Rechtslage von ausgelagerten IT-Komponenten und -Dienstleistungen stark im Vordergrund. Der Verlust von Daten kann heute nicht nur zu einem Stillstand des Unternehmens führen, sondern vielmehr auch zu enormen Imageverlusten sowie sehr hohen Strafen – je nach Fall. Ein Unternehmen, das mit vielen sensitiven Daten zu tun hat – was eigentlich in jedem Unternehmen der Fall ist – ist also gut Beraten seine IT in Rechenzentren zu betreiben, die einerseits höchste Standards an die Technologie stellen aber auch insbesondere den weltweit wohl strengsten Gesetzen folgen. Rechenzentren in Deutschland bieten ihren Kunden – sofern sie konkurrenzfähig sein wollen – die Möglichkeit das EU Datenschutzgesetz ebenso einzuhalten wie das deutsche IT-Sicherheitsgesetz. Die Kombination dieser beiden Rechtsvorschriften dürfte weltweit wohl eine der strengsten sein wodurch Kunden deutscher Rechenzentren eine extrem hohe Sicherheit genießen.

Standortsicherheit

Nicht nur infrastrukturell sondern auch geologisch und klimatisch bietet Deutschland beste Voraussetzungen für den Betrieb von Rechenzentren. Gemessen an der Fläche des Landes zählt Deutschland zu den am besten vernetzten Regionen weltweit. Betreiber und Kunden haben also ganz gleich an welchem Ort in Deutschland sich das Rechenzentrum befindet immer die Gewissheit, dass eine hochleistungsfähige Infrastruktur zur Verfügung steht, dazu zählt insbesondere die Vernetzung, also die hervorragende Anbindung der Rechenzentren an das Internet als auch die gesicherte Versorgung mit Strom. Zudem bietet dieser Standort für Kunden, die regelmäßig im Rechenzentrum vor Ort sein müssen ausgezeichnete Verkehrswege, um dieses zu erreich, ganz gleich an welchem Ort. Denn was nutzt ein vielleicht gut ausgerüstetes Rechenzentrum wenn es über nicht redundante Stromnetze oder Carrier-Anbindungen verfügt oder für Kunden kaum erreichbar ist.
Auch aus geologischer und klimatischer Sicht kann Deutschland punkten. Die durchschnittlichen Temperaturen in Deutschland erlauben unter Einsatz von modernen Technologien eine Zukühlung von maximal 20 Prozent. Sehr moderne und neue Rechenzentren unterschreiten diesen Wert sogar deutlich. Aus geologischer Sicht ist dieser Standort prädestiniert für jegliche form von kritischen Infrastrukturen. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern ist in Deutschland mit einem sehr geingen Risiko zu rechnen – es gibt keine wesentlichen Erdverwerfungen, Vulkane, Stürme, Tsunamis öder ähnliche Katastrophen, von denen man weiß, dass sie jederzeit oder gar regelmäßig stattfinden.

Doch Deutschland hat auch seine Nachteile. Aspekte wie Strom, Grund und Boden oder bauliche Vorschriften sind nicht zu verachtende Preistreiber, die Deutschland als Top-Standort belasten. Hinzu kommen unsichere Szenarien, welche beispielsweise durch das vielleicht bevorstehende Freihandelsabkommen mit den USA bestehen. Der dadurch entstehende Preiskampf oder die damit verbundene internationale Rechtslage können für deutsche Rechenzentrumsbetreiber zum heutigen Zeitpunkt unberechenbare Konsequenzen ebenso wie Chancen beinhalten.

Deutschland ist Rechenzentrumsland

Die Prognosen scheinen jedoch gut zu sein. Trotz einiger ungeklärter Zukunftsszenarien spricht auch der Branchenverband BITKOM von deutlichen Wachstumsraten für den Rechenzentrumsmarkt in Deutschland. Laut einer Studie¹ des Borderstep Instituts, im Auftrag des BITKOM, wuchs das Angebot an Colocation-Flächen in Deutschland von 2008 bis 2013 um rund 20 Prozent. Deutschland befindet sich dabei im europäischen Ranking der Tier 1 Standorte auf Platz zwei. Dabei ist eine große Ansammlung von Rechenzentrumsbetreibern im Rhein-Main-Gebiet zu finden. Die zentrale Lage und die direkte Anbindung an den DE-CIX Internetknoten sind unter anderem ausschlaggebende Gründe dafür.

Die Krux mit der Energie

Rechenzentren sind Energiefresser. Server, Netzwerk- oder Speicherkomponenten beispielsweise benötigen Unmengen an Strom. Milliarden von Transistoren und Halbleitern wandeln Strom in Hitze um. Wie die „New York Times“ schon im Jahr 2009 berichtete, verbraucht Google kontinuierlich 260 Millionen Watt - ungefähr ein Viertel der Produktionsleistung eines Atomkraftwerks und genug, um eine Stadt mit bis zu 200.000 Haushalten zu versorgen. Diese beispielhafte Zahl dürfte sich angesichts der rasanten Weiterentwicklung der IT bis heute deutlich erhöht haben und ein Ende des zunehmenden Energieverbrauchs in Rechenzentren ist nicht in Sicht.
Die deutschen Betreiber von Rechenzentren sehen sich zudem in einer besonderen Wettbewerbslage was die Nutzung von Energie betrifft. Europaweit sind seit einiger Zeit EEG-Zulagen mit dem Strom zu bezahlen. Hinzu kommen Steuern und weitere Abgaben, die im Strompreis einberechnet sind. In Deutschland besteht seit 2013 rund die Hälfte des Strompreises aus Steuern und Abgaben. Den Größten Posten nimmt dabei die EEG-Umlage ein, die von 3,5 Cent/kWh im Jahr 2012 auf 5,3 Cent/kWh im Jahr 2013 und auf 6,24 Cent/kWh im Jahr 2014 angestiegen ist. So kommt es, dass im europäischen Vergleich ein Rechenzentrumsbetreiber in Frankreich 7 Cent pro Kilowatt, in Holland oder England rund 9 Cent pro Kilowatt zu bezahlen hat, in Deutschland hingegen sind es rund 14 Cent. Bei den großen Abnahmemengen an Strom für Rechenzentren summieren sich die deutlich höheren Preise sehr schnell zu einem sehr großen Betrag, der auf die Kunden umgelegt werden muss. Dadurch können Rechenzentrumsbetreiber wie beispielsweise in England oder Holland günstiger wirtschaften. Allerdings zeigt sich ein schwaches Licht am Horizont, das die Wettbewerbsungleichheit wieder ins Lot bringen kann.
Dem Bund steht frei, besonders energieintensive Branchen von der EEG-Umlage zu befreien oder zumindest teilweise zu unterstützen, was auch in einigen energieintensiven Branchen umgesetzt ist – darunter Teile der Schwerindustrie aber auch Mastbetriebe oder Golfplatzbetreiber. Ausgerechnet Rechenzentren gehörten allerdings bei diesen Sonderregelungen bisher nicht zu den unterstützungswerten Branchen. Dies könnte sich bald ändern. Die EU stellt es dem Bund frei, auch diese Branche zu entlasten. Die Diskussionen laufen doch wurde bisher ohne konkreten Beschluss. Auch der Branchenverband BITKOM fordert Nachbesserung für Rechenzentren beim EEG-Entwurf. Der BITKOM spricht aufgrund dieser Preisentwicklungen sogar von einer möglichen „Vertreibung“ der Rechenzentrumsanbieter aus Deutschland.

Doch solange die Strompreise samt Abgaben und Zulagen derart teuer bleiben, sind die deutschen Rechenzentrumsbetreiber zur Kreativität gezwungen. Schon lange stehen diverse Technologien zur Verfügung, Rechenzentren wesentlich effizienter und stromsparender zu betreiben. Diese Technologien nutzen einige Anbieter in Deutschland auf unterschiedlichste Art und Weise aus. Langfristig ist dies eine sehr gute Strategie, denn nur so erhält man ein kleines Stückchen Unabhängigkeit von den Strompreisen. Im internationalen Vergleich sind diese deutlich moderneren Rechenzentren durchaus wettbewerbsfähig.

Not macht erfinderisch: Senkung des Energiebedarfs

Der Stromverbrauch lässt sich nur bedingt durch die gezielte Wahl an IT-Komponenten senken, da die Hersteller im Moment kaum ihren Fokus darauf legen. Zusätzliche Trends wie die Virtualisierung oder Cloud-Anwendungen fördern sogar die Hitzeentwicklung in Rechenzentren, da dadurch die IT-Komponenten möglichst hochgradig ausgenutzt werden, um Hardwarekosten einzusparen. Eine höhere Auslastung bedeutet jedoch mehr Stromverbrauch und dadurch mehr Hitzeentwicklung, die zusätzliche Kühlung erfordert. Genau dies ist der Grund, weshalb moderne Rechenzentren in Deutschland auf die effiziente Kühlung setzen. Hier können trotz sehr hoher Auslastung der IT-Komponenten bis zu 50 Prozent der Energiekosten eingespart werden, was nicht nur den Geldbeutel, sondern nebenbei auch die Umwelt schont. Ein guter Betreiber garantiert den Einsatz von möglichst vielen passiven Kühltechnologien und damit niedrigere Betriebskosten. Eine Power Usage Effectiveness (PUE) kleiner als 1,35 im jährlichen Durchschnitt bei einer Leistung von bis zu zwei Kilowatt pro Quadratmeter wird in einigen deutschen Rechenzentren bereits erlangt. Derart gute Energie-Effizienzwerte werden in Rechenzentren, die mit wesentlich günstigeren Strompreisen kalkulieren, kaum erreicht. Mit moderner Ausrüstung gleichen gut geplante und ausgerüstete Rechenzentren in Deutschland die steigenden Stromkosten weitgehend aus. Zudem investieren sie gleichzeitig in zukunftsorientierte Technologien. Mittel- bis langfristig wird sich diese Strategie sehr günstig auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit auswirken.

Sicherheit ist in Deutschland groß geschrieben

Ein wesentlicher Vorteil von deutschen Rechenzentren im internationalen Vergleich ist deren Sicherheit. Gerade deutsche Colocation-Betreiber bieten höchste Standards. Dies liegt unter anderem an den deutschen Gesetzen, die für Daten und deren Verarbeitung beziehungsweise Transport strenge Sicherheitsregeln vorschreiben. Darüber hinaus müssen bestimmte Branchen die allgemeinen Regeln sogar übertreffen. Der Grund dafür ist, dass sie zusätzliche Sicherheitsregeln erfüllen müssen, wie beispielsweise Bereiche, die mit Patienten- oder Kreditkartendaten arbeiten.
Ein besonderer Vorteil von deutschen Rechenzentrumsbetreibern hinsichtlich der Sicherheit ist, dass sie keinerlei staatlicher Kontrollen unterliegen. Während Dienstanbieter mit Hauptsitz in den USA aufgrund des Patriot Acts verpflichtet sind, Kundendaten auf Antrag von US-Behörden zur Verfügung zu stellen, sind deutsche Anbieter vor solchen fragwürdigen Regeln geschützt. Zwar hat beispielsweise Microsoft jüngst versichert, dass Daten auf seinen Cloud-Angeboten den Regeln der EU-Staaten entsprechen, doch ein jüngstes Urteil des United States District Court, Southern District of New York, stellte fest: Durchsuchungsbefehle geben amerikanischen Behörden das Recht, von einem Cloud- Service-Provider die Herausgabe aller Daten zu verlangen, die Privatpersonen oder Unternehmen bei ihm gespeichert haben. Das gilt unabhängig davon, wo sich diese Daten befinden, sprich in welchen Rechenzentren. Dieses Urteil hat weitreichende Konsequenzen. Konnten sich Kunden bisher einigermaßen sicher sein, dass ihre Daten in einem in Deutschland befindlichen Rechenzentrum den deutschen Gesetzesvorschriften entsprechen, ist dies nun nicht mehr der Fall, wenn es sich nicht um einen deutschen Provider handelt. Jedes Unternehmen sollte sich also gut überlegen, welchem Service-Provider es geschäftskritische Daten anvertraut. Anbieter mit Hauptsitz in Deutschland sind bei diesen Überlegungen eine gute Wahl, denn es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass US-Provider auch dem US-amerikanischen Recht unterliegen.

Fazit: Planbare Kosten und Sicherheit aus Deutschland

Jedes Unternehmen muss für sich entscheiden, welchen Dienstanbieter es für sein Rechenzentrum oder Cloud-Anwendungen wählen möchte. Aus rein technologischer Anwendungssicht, sind die Unterschiede der renommierten Anbieter der westlichen Welt vermutlich rudimentär. Hier machen lediglich Feinheiten einen echten Unterschied aus, die natürlich je nach individueller Anforderung entscheidend sein können. Wer seine Daten jedoch sicher und mit den rechtlichen Bestimmungen im Einklang wissen möchte, der sollte sich zumindest für einen europäischen Anbieter entscheiden. Wenn zudem Planungssicherheit für Strom und sonstige Nebenkosten sowie daraus resultierende hochmoderne Technologie und Planung eine Rolle spielen, haben vermutlich die deutschen Rechenzentrumsbetreiber und Cloud-Anbieter die Nase vorn. Und was den Internet-technischen Standort angeht, sitzen die deutschen Rechenzentrumsbetreiber, insbesondere in der Rhein-Main-Region, quasi direkt am Nabel der Welt: dem DE-CIX Internetknoten, gemessen am Durchsatz dem größten weltweit.

¹Quelle: Rechenzentren in Deutschland: Eine Studie zur Darstellung der wirtschaftlichen Bedeutung und der Wettbewerbssituation. Im Auftrag des BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. vorgelegt vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gemeinnützige GmbH.

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